Wandern im Sebnitzer Wald zum Wolfstein

Wandern und Geocaching im Sebnitzer Wald

Um den Sebnitzer Wald aktiv zu erleben gibt es verschiedene Möglichkeiten auf ausgewiesenen Routen und Wanderwegen, wovon die hier beschriebene “große Runde” mit den Stationen Taufstein, Hirschstein, Wolfstein, Hubertuskapelle und Wiesenwegteich nur eine darstellt. Es ist eine schöne Rundwanderung in diesem wenig frequentierten Wandergebiet der hinteren Sächsischen Schweiz an der Grenze zur Tschechischen Republik. Obwohl ich diese Wanderung in den letzten Jahren nun schon mehrmals unternommen habe ist sie mir nie langweilig geworden. Das liegt zum einen an den Sehenswürdigkeiten, der Abwechslung und den Herausforderungen, welche die Route bietet, als auch an der Ruhe und Abgeschiedenheit dieses Gebietes im Osten der Großen Kreisstadt Sebnitz. Und als Geocacher, der hier auch ein paar Dosen gelegt hat, ist eine kleine Nachschau immer auch ein guter Grund, diese Tour zu unternehmen.

Der Startpunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz am Naherholungsgebiet “Forellenschänke”. Zunächst folgen wir dem ausgeschilderten Wanderweg (Markierung: grüner Punkt), dem Mannsgrabenweg. Am Naherholungsgebiet Forellenschänke vorbei führend, steigt der Weg moderat an und stellt auch ungeübte Wanderfreunde vor keine Probleme. Nach ein paar hundert Metern zweigt vom Mannsgrabenweg ein Verbindungsweg (weiter der Markierung “grüner Punkt” folgend und gut ausgeschildert, nach links ab. Wer hier geradeaus den Mannsgrabenweg folgt (Markierung: gelber Punkt), der kommt zu Grenzübergang nach Tschechien und zum Tanzplan (Gaststätte und Aussichtsturm), dem Sebnitzer Hausberg. Aber das ist schon wieder eine andere Wanderung …

Der Verbindungsweg führt uns vorbei an der Pferdekoppen-Hütte auf einen breiten und befestigten Waldweg, Langer Flügel genannt. Ohne großen Höhenunterschied wandern wir bis zum Abzweig Wickelkind-Weg, der uns direkt zum Taufstein führt. Folgt einfach dem ausgeschilderten Weg rechterhand, es sind nur ein paar Meter bis zum Taufstein hinauf.

Der Taufstein im Sebnitzer Wald

Der  Taufstein ist für die  Sebnitzer Historie ein wichtiger Ort. Er erinnert an das Leid und die Not der Sebnitzer Bevölkerung zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (siehe auch den Artikel Taufstein im Sebnitzer Wald). Der Stein ist relativ unscheinbar, liegt nur wenige Meter vor der Bank und dem Hinweisschild. Setzt Euch einen Augenblick auf die Bank und genießt die Ruhe des Waldes, bevor die Wanderung weiter geht. Geocacher unter den Wanderfreunden finden hier ganz in der Nähe des Taufsteins den von mir gelegten Geocache Kriegstaufe – viel Spaß beim Suchen!

Wir laufen das kleine Stück bis zum Weg Langer Flügel zurück und setzen unsere Wanderung auf ihm fort, bis wir zur nächsten “Waldkreuzung” kommen. Links ist eine Sitzgruppe mit einem Tisch, auf dem Ihr zum ersten mal auf dieser Wanderung Euren Picknick-Korb plündern und bei einer Tasse Kaffee in die Ferne blicken könnt. Weiter geht es über den Reitsteig linkerhand ins Tal hinab. Aber vorerst nur ca. 50 Meter. Denn hier vom Reitsteig zweigt links ein kleiner Pfad zum Hirschstein ab, den wir als nächstes einen kurzen Besuch abstatten wollen.

Der Hirschstein

Am Ende des Pfades seht Ihr links einen großen Stein, den Hirschstein. An diesem ist eine Tafel angebracht, auf dem folgender Text zu lesen ist:

“Am 30.12.1911 wurde hier von Max Lindner, Sebnitz, seit über 100 Jahren der erste Hirsch erlegt seit Oberförster Scheibe. Förster Lindner”

Nun gut, inwiefern das Erlegen eines Hirsches nun unbedingt mit einer Erinnerungstafel gewürdigt werden musste, das entzieht sich meiner Kenntnis. Aber die Tafel ist nun mal da. Gedenken wir also dem “geweihten Sohn dieses Waldes”, der durch die Hand des Försters Lindner hier sein jähes Ende fand – Hirsch tot und Weidmanns heil! Und wenn wir gerade bei “Hirsch tot” sind – Geocacher finden in der Nahe des Hirschsteins den von mir hier gelegten Geocache Hirsch tot – gute Suche … .

Den Pfad zurück gehend stoßen wir wieder auf den Reitsteig, den wir nun hinunter laufen. Der Weg ist ziemlich steil, weshalb ich die Runde lieber in dieser Richtung wandere. Wer hier hinauf muss, der braucht schon etwas Pußte. Der Reitsteig trifft im Tal an der Finsterwinkel-Hütte auf den Finsterwinkelweg, der linkerhand der Markierung “grüner Punkt” folgt und im Anschluss über den Kälbersteig zurück zum Ausgangspunkt Parkplatz Forellenschänke führen würde. Das wäre eine von den “kleinen” Rundwanderungen im Sebnitzer Wald. Wir wollen aber weiter zum Wolfstein, verlassen den Finsterwinkelweg in Richtung Alte Nixdorfer Strasse über einen Verbindungsweg unweit der Schutzhütte, welcher gut ausgeschildert ist. Zuerst geht es bergab, um dann wieder bergauf zu laufen bis zur Alten Nixdorfer Straße. Der weitere Weg ist zwar gut ausgeschildert, besitzt aber keine Wandermarkierung.

Auf der Alten Nixdorfer Straße angekommen sehen wir schon den nächsten Wegweiser und wandern nach rechts in Richtung Wolfstein. Wir kommen an einen Wendeplatz, an dessen linker Seite am Bernigweg wiederum eine Sitzgruppe zum Verschnaufen einlädt. Nun haben wir die Qual der Wahl. Wenn wir geradeaus über den Wölmsdorfer Weg laufen kommen wir ebenso zum Wolfstein wie auch über den Bernigweg. Wanderer suchen die Abwechslung, also gehen wir eine kleine Runde. Wir folgen erst einmal dem Bernigweg, von dem der Weg zum Wolfstein abzweigt. Folgt einfach den aufgestellten Wegweisern zum Wolfstein, dann könnt Ihr Euch nicht verlaufen.

Der Wolfstein

Der Wolfstein ist eine ruhige kleine Felsgruppe in der letzten Ecke des Sebnitzer Waldes an der Grenze zur Tschechischen Republik. Nichts Besonderes, nur ruhig und so richtig abgelegen. Hier kann man den Wald hören und fühlen, die Stille genießen. Früher luden Bänke den Wanderer zum Verweilen ein. Leider liegen die zerstört am Rande der Steine, bieten einen traurigen Anblick. Es ist zu hoffen, dass sich hier Jemand der Bänke erbarmt und dem Mißstand Abhilfe schafft. Geocacher finden hier den Geocache Wolfstein, der zur Zeit leider nur für Premium-Mitglieder loggbar ist. Eigentlich unverständlich, warum die Dose Premium ist?! Vielleicht sollte sich der Owner doch dazu durchringen, den Wolfstein-Cache aus dieser “Verbannung” zu befreien … .

Weiter geht es über den Pfad linkerhand des Wegweisers am Fusse des Wolfstein auf den Wölmsdorfer Weg. Auf diesem wandern wir rechts hinunter zum Wendeplatz.

An dieser Stelle noch ein kleiner Hinweis für die Geocacher unter den Wanderfreunden dieser Runde. Während ich diesen Artikel schreibe stelle ich fest, dass unweit von hier gerade ein neuer Cache gelegt wurde, der Geocache Hier stimmt was nicht… . Wenn Ihr schon mal hier seid, dann könnt Ihr die Dose auch gleich mitloggen ;) .

Weiter geht es mit unserer Wanderung über die Alte Nixdorfer Straße in Richtung Sebnitz. Die Straße ist breit, befestigt und gut zu bewandern. Denn jetzt geht es erst einmal nicht mehr erwähnenswert bergauf. Achtet einmal links auf den Straßenrand. Vor einer Linkskurve steht da ein relativ unscheinbarer Gedenkstein (auch Leichenstein genannt) für einen gewissen Joseph Schüp, Bürger aus Wölmsdorf, der hier 1841 erfroren ist. Armer Kerl, Erfrieren ist kein schöner Tod … . Etwas weiter die Alte Nixdorfer Straße hinab biegt rechts ein kleiner Weg ab, dem wir etwa 100 Meter folgen. Er führt uns zur Hubertuskapelle.

Hubertuskapelle Sebnitzer Wald

Die Hubertuskapelle im Sebnitzer Wald ist dem heiligen Hubertus geweiht, dem Schutzpatron der Jagd. Nicht zufällig, wie man an diesem Ort für die Sebnitzer Waid-Genossen unschwer erkennen kann. Jagdhütte, Grillplatz, Hubertuskapelle … da ist der Gruß “Weidmanns Heil!” nicht fehl am Platz und wohl auch oft zu hören.

Zurück auf der Alten Nixdorfer Straße geht es bergab zur Tannenhütte. Hier mündet auch der Finsterwinkelweg (Markierung: grüner Punkt), den wir bei der Finsterwinkel-Hütte verlassen hatten, wieder auf die Alte Nixdorfer Straße. Wir gehen weiter über die Neue Straße (an der nächsten Weggabelung nach rechts – links ist der Kälbersteig) zum ausgeschilderten Wiesenwegteich, der letzten Station auf unserer Wanderung.

Der Wiesenwegteich

Der Wiesenwegteich ist ein Angelgewässer, Baden ist hier leider verboten. An der deutsch-tschechischen Grenze gelegen, bietet das Teichgelände auch den Wanderern und Ausflüglern einen Ort der Ruhe und Erholung.

Eine schönere Gelegenheit, noch einmal den Picknick-Korb hervor zu holen und es sich bei Kaffee und Kuchen an einem Tisch der beiden am Seeufer zu findenden Sitzgruppen gut gehen zu lassen, gibt es kaum.

Für Geocacher gibt es hier den Geocache Petri Heil zu finden, den ich hier am Wiesenwegteich etwas abseits des Teichgeländes gelegt habe. Dürfte nicht schwer sein, die kleine Dose zu finden … .

Die letzte Etappe unserer Wanderung führt uns über die Neue Straße bis zum Urzeitpark Sebnitz. Wer möchte, kann diesem einzigartigen Park jetzt einen Besuch abstatten (natürlich nur in den Monaten der Öffnung des Parks möglich). Besonders empfehlenswert ist der Urzeitpark für Familien mit Kindern. Nun noch ein kurzer Anstieg über den Forstweg von der Neuen Straße zum Kälbersteig und auf diesen zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem Parkplatz am Naherholungsgebiet Forellenschänke.

Geocacher können hier auf dem Gelände des Naherholungsgebietes noch einen Schnapp machen, den Geocaches Forellenschänke. Damit dürfte sich das Konto gefundener Caches nach dieser Wanderung erfreulich erhöht haben :) .

Die Rundwanderung kann man natürlich auch anders herum laufen.  Dann ist sie allerdings, wie Ihr im Höhenprofil unschwer erkennen könnt, anstrengender als die hier beschriebene Tour.

 

Daten der Wanderung

Streckenlänge: 7,8 km
Gehzeit: 2,3  Stunden

Höhenprofil dieser Wanderung


Track-Karte der Wanderung

 

 

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